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Wittekinddenkmal

Wittekinddenkmal, Fotoquelle: Denis Karabasch im Auftrag der Pro Herford GmbH

Das einzige Wittekinddenkmal Deutschlands erinnert an den großen Gegenspieler Karls des Großen. Der Sachsenherzog Wittekind (oder Widukind) leistete erbitterten Widerstand gegen die überlegenen Franken und ihren christlichen Glauben. Das Denkmal erinnert an das Quellwunder, die Bekehrung Wittekinds zum Christentum. Das Original von Heinrich Wefing wurde 1942 eingeschmolzen. Der Bildhauer Walter Kruse gestaltete es 1959 auf Grundlage der alten Vorlage neu.

Die Sage Wittekind

Es war an einem heißen Sommertag. Die Luft flimmerte in der Mittagsglut. Auf dem Kammweg des Wiehengebirges ritt einsam ein Sachsenkrieger. Sein schwarzes Pferd war nass vom Schweiß, denn der Weg führte über Steine und Wurzeln. Sicherlich schmerzten dem Pferd die Füße sehr, denn die Hufeisen waren verkehrtherum untergeschlagen worden. Sein Herr hatte sich diese List ausgedacht, damit seine Verfolger auf eine falsche Spur gelenkt werden sollten. Es war der Sachsenherzog Wittekind, der unter der Mittagsglut stöhnte. Sein Mund war ganz trocken, und der Durst wurde immer größer und größer. Rehe, Hasen und Schwarzkittel (Wildschweine) konnten sich im kühlen Schatten der Bäume und Büsche ausruhen, der Reiter jedoch nicht. Er hatte es sehr eilig und bis zum sicheren Versteck war es noch weit. Die Häscher (Verfolger) von Karl dem Großen waren immer noch hinter ihm her. Der König und seine Männer, auch Franken genannt, hielten schon einige Burgen besetzt und bezogen festes Quartier in Westfalen. Viele Edelinge der Sachsen waren schon zum Christenglauben übergetreten. Weil sie an den Sieg der Franken glaubten, waren sie Grafen unter der Macht von Karl dem Großen geworden. „Ob sie wohl richtig gehandelt haben?“, dachte Wittekind. „Wo bleibt die Unterstützung meiner Götter, für die ich in den Krieg gegen den Christenkönig gezogen bin? Meine Götter Wotan, Ziu und Donar, habt ihr mich verlassen? Kaum ein Zeichen eurer Unterstützung habt ihr mir gegeben. “Zweifel spürte Wittekind in seinem Herzen und ihm sank der Kopf schwer auf die Brust. „Würde mich der Christengott auch im Stich lassen? Soll ich weiterkämpfen, wo doch mein Sieg so aussichtslos und verloren scheint?“ Mit solchen Gedanken kam er an den Platz, wo heute das Dorf Bergkirchen ist. Traurig schaute er auf und blickte in die herrliche Ebene seiner Heimat. „Wie wäre es doch schön, wenn die Menschen hier in Frieden leben könnten!“ dachte er und hielt sein Pferd an. Beide waren sie von den Strapazen der Flucht völlig erschöpft. Verzweifelt rief er: „Wenn du, Christengott, mächtiger als meine Götter bist, dann gib mir ein Zeichen!“ Auf einmal fing sein Pferd mit dem Huf an zu scharren, und - oh Wunder! - plötzlich sprudelte ein klarer Wasserstrahl aus der trockenen Erde! Wittekind war überwältigt und warf beide Arme in die Luft. „Lieber Christengott, du sollst weiterhin mein Weggenosse sein!“, schrie er, so laut er konnte. Darauf stieg er vom Pferd, schöpfte mit seinen Händen das frische Wasser und trank so viel er konnte. Das Pferd bekam natürlich ebenfalls das köstliche Wasser zum Saufen. So wurde Wittekind ein Christ. In einigen Erzählungen wird behaupten, dass Wittekind mit dem Wasser der Quelle in Bergkirchen getauft wurde. In der Nähe soll er sogar eine Kirche bauen lassen haben. Jedenfalls gibt es dort noch heut eine Kirche an der eine Quelle mit sprudelndem Wasser entspringt

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